Vom "Reichsbahn Witten" zum "E.T.S.V. Witten"

 

Gründung 1923

 

Durch einige Eisenbahner wurde 1923 eine Kleinkaliber-Abteilung gegründet. Man gab ihr den Vereinsnamen, "Reichsbahn Witten". Nach einigen Jahren kam eine Turnabteilung dazu, später Faust- und Schlagball und schließlich wurde 1933 die Handballabteilung ins Leben gerufen.

 

Der Handball im E.T.S.V. Witten  

1933-1946

 

Die neu gegründete Handballabteilung bestand zunächst nur aus einer Jugendmannschaft. Es sollte fast fünf Jahre dauern bis das erste Meisterschaftsspiel von Senioren (1938 gegen den TuS Bommern auf der Bommerbank) ausgetragen werden konnte.

Bereits 1940 wurden die Handballer Stadtmeister und stiegen 1940/41 in die damals höchste Klasse, die Gauklasse auf. Man nannte sich jetzt "Reichsbahn Turn- und Sportverein".

Es gelang den Spielbetrieb in den ersten Kriegsjahren aufrecht zu erhalten; durch die Wirren des Krieges musste aber 1943 in allen Abteilungen der Sportbetrieb eingestellt werden.

 

1946-1956

 

Nach dem Krieg ließen es die Allierten zunächst nicht zu, das der Sportbetrieb innerhalb des heutigen ETSV wieder aufgenommen wurde. Damals wurde entschieden, dass man sich dem Zentral-Sportverein Witten-West anschloss, aus dem nach kurzer Zeit der TuS Heven wieder ins Leben gerufen wurde. Freundlicherweise haben die Hevener uns als selbständige Handball-Abteilung unter ihrem Namen geduldet.

In Welper konnte dann endlich 1946 das erste Freundschaftsspiel wieder ausgetragen werden. Mit welchem Idealismus die Spieler bei der Sache waren, beweist die Tatsache, dass nach Welper zu Fuß gegangen wurde.

Die Militärbehörden gaben den Sportvereinen bald mehr Freiheit und so entschied man sich in einer außerordentlichen Versammlung unter Leitung des Vereinsvorsitzenden Gerhard Pollmann, wieder den Namen "Reichsbahn Turn- und Sportverein" anzunehmen.

Verhandlungen mit der Turngemeinde Witten wegen Mitbenutzung des Jahnplatzes fielen auf fruchtbaren Boden. Der Sportplatz musste aber zunächst wieder hergestellt werden, denn während des Krieges waren dort Flakstellungen errichtet. Bis 1956 wurde auf dem Jahnplatz gespielt.

Als nach dem Krieg der Kraftsportverein Witten 07 in seiner Existenz bedroht war wurde der Verein als Schwerathletik-Abteilung aufgenommen. Von den Ringern wurden in dieser Zeit viele Siege errungen. Als die Abteilung dann wieder erblühte wurde der Wunsch nach einem eigenen Verein wach, so dass bald der Kraftsportverein Witten 07 neu erstand.

Bei den Meisterschaftsspielen musste nun wieder in der untersten Klasse (1. Kreisklasse) begonnen werden. Es dauert nicht lange und der Aufstieg in die Bezirksliga wurde geschafft. Eine zeitlang spielte auch eine Damen-Mannschaft, die aber bald wieder aufgelöst wurde, da es an Nachwuchs und an Gegnern fehlte.

Die Jugendarbeit hingegen war sehr erfolgreich. Im Juni 1949 errang die 1. Jugend sowie die 1. Schülermannschaft den Titel des Wittener Kreismeisters.

Die erste Herrenmannschaft stieg bei der Neueinführung in die Landesliga auf.

Der Reichsbahn-Sportverein wurde in Eisenbahner Turn- und Sportverein (seit 1979 e.V.) umbenannt und der Spielbetrieb vom Jahnplatz auf den neu errichteten Sportplatz in Heven verlegt.  

1958 - 2002

Im Jubiläumsjahr 1958 (35 Jahre) musste die erste Mannschaft aus der schon zur Tradition gewordenen Landesliga in die 1. Kreisklasse absteigen.  Eine sehr gute Jugendmannschaft hatte der ETSV im Jahre 1963. Diese Mannschaft wurde dann auch Wittener Kreismeister.

Ab 1966 nahm die Spielstärke, dank dem neuen Trainer Friedhelm Lehmann, bei den Herren wieder zu. 1968 wurde unter Trainer "Molly" Schneider der Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Die 2. Mannschaft stieg im gleichen Jahr in die 1. Kreisklasse auf.  An diesen schönen Erfolgen waren die Sportkameraden Willi Müller und Heinz Zimmermann beteiligt, die 1967 die Leitung der Handball-Abteilung übernommen hatten.  

Leider erfolgt 1970 der Abstieg aus der Bezirksklasse in die 1. Kreisklasse.

Die Leitung der Handball-Abteilung lag seither in verschiedenen Händen. Einige Jahre führte Werner Neufelder die Abteilung und wurde dann von August Ernst abgelöst. Im Jubiläumsjahr 1973 übernahm der Sportkollege W. Neufelder erneut die Leitung für ein Jahr. Danach wählte die Handball-Abteilung sieben verschiedene Abteilungsleiter, teilweise für sehr kurze Zeit. Von 1989 bis 2002 - mit einer Unterbrechung von knapp zwei Jahren - leitete Julius Sänger die Handballer.

1981 wurde der Handballkreis Witten aufgelöst. Der ETSV schloss sich dem Kreis Ruhr an.

1976 konnte Friedhelm "Hase" Lehmann wieder als Trainer gewonnen werden und es kam neuer Schwung in die Handball-Abteilung. Kurz darauf wurde eine Mädchenmannschaft ins Leben gerufen, die von der B-Jugend über die A-Jugend bis zur Landesliga aufsteigen konnte.

Lange Jahre wurde die Damenmannschaft von Jürgen Domogalla trainiert, der Anfang der 90er auch eine zweite Damen-Mannschaft ins Leben rief. 

2002 - 2007

Fast kontinuierlich spielte die 1. Damenmannschaft in der Landesliga bis ihr unter Trainer “Molly” Schneider 2002 der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des ETSV gelang: Der Aufstieg in die Verbandsliga.

Die 2. Damenmannschaft - bis 2003 immer unter Leitung von Jürgen Domogalla - spielt seit lange Jahren in der Kreisliga. In der Saison 2002/3  wurde ein Aufstieg in die Bezirksliga nur durch die Zusammenlegung der Kreise Emscher und Ruhr zum Kreis Industrie verhindert.

Bei den Männermannschaften kam ein erneuter Aufschwung als Arno Wegener im Dezember 1983 zunächst als Trainer und später als Spielertrainer einstieg. So gelang der Aufstieg in die Kreisliga. Hier spielte man auch jahrelang erfolgreich, ehe in der Saison 1996/97 unter Trainer Wolfgang Graf der bisher größte sportliche Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte mit dem Aufstieg in die Bezirksliga verzeichnet werden konnte.

Leider musste man aufgrund zahlreicher Abgänge zunächst den Abstieg in die Kreisliga hinnehmen. Hans-Georg Aufmhoff und danach Wolfgang Hauschke betreuten die erste Herrenmannschaft in den Folgejahren. Obwohl man sich in den letzten beiden Jahren im "gesicherten" Mittelfeld der Tabelle wiederfand, musste sich unser Team jeweils mit dem Zwangsabstieg abfinden, da der Kreis Ruhr aufgelöst wurde und man fortan dem Kreis Industrie angeschlossen war, der auch der neuen Einteilung der vorhandenen Spielklassen unterlag.

Somit wird mit einem von der Altersstruktur gemischten Team unter Trainer Sylwester Wozniak in der 2. Kreisklasse angetreten, da in den letzten Jahren auch jüngere Spieler anderer Vereine den Weg zum ETSV gefunden haben. Seit der Rückrunde 2003/4 hat Trainer Ulrich Müller das Training der 1. Herrenmannschaft übernommen.

Die zweite Herrenmannschaft wurde Mitte der 90er von Erik Gregorczewski trainiert. Größter Erfolg war der Aufstieg in die 2. Kreisklasse. Nach wie vor gibt es hier viele Handballbegeisterte, die hier den Sprung in die erste Mannschaft vorbereiten bzw. Spieler, die den Weg aus Altersgründen von der ersten in die zweite Mannschaft angetreten sind.

Seit 2002 leitet nun Nicola Sievering die Abteilung. Unter ihr ist es gelungen erste Schritte in Richtung Jugendarbeit zu gehen. 

2003 wurde Gesche Jacob-Heyer neue Abteilungsleiterin des ETSV und es konnte erstmals nach über 20 Jahren wieder eine Jugendmannschaft gemeldet werden. Mit ihr sind seitdem Thomas Gerhardt, Olaf Lückner, Uwe Midunsky, Frank Buchholz und Mike-Andreas Stobinski für die Vereinsgeschicke verantwortlich.

Die Jugendarbeit wurde weiter ausgebaut. Im Mädchenbereich wurden Mannschaften bis zur B-Jugend gestellt. Eine reine Jungentruppe konnte bisher aufgrund der zu geringen Anzahl erstmals in der Saison 2006/07 in Form einer männlichen E-Jugend auf Punktejagd gehen.

In der Saison 2004/05 wurde der bisherige, größte Vereinserfolg aus dem Jahr 2002 getoppt. 

Unsere 1te Damenmannschaft qualifizierte sich als Tabellenzweiter für die Qualifikations-spiele zum Aufstieg in die Oberliga. Dort sicherte man sich gegen den VfL Mennighüffen den Aufstieg. Vater und Trainer des Erfolgteams war Uli Müller. Leider konnte die Klasse sportlich im Folgejahr nicht gehalten werden. Man hatte jedoch Glück, dass es einen freiwilligen Absteiger gab und so sicherte man als Tabellenvorletzter die Klasse. Bereits im nächsten Jahr gab es aber keine Abstiegssorgen mehr, man spielte sogar kurzfristig mit um den Aufstieg in die Regionalliga. Trainiert wird das Damenteam seit der Saison 2006/07 vom ehemaligen Handball-Bundesligaspieler Frank Mazur. Im Jahr 2005 konnte man sich auch erstmals für die 1te Hauptrunde des DHB-Pokals qualifizieren. Gegner war der Zweitligist TV Mainzlar, der sich auch letztendlich durchsetzen konnte. 2007 tritt man wieder im DHB-Pokal an.

Die 2te Damenmannschaft wurde nach Jürgen Domogalla von Rainer Schröder und später Stefanie Werner trainiert. Ab der Saison 2007 / 08 wieder von unserem “alten Freund“ Uli Müller. In der Saison 2005/06 belegte man den 3ten Platz in der Bezirksliga und hatte die Möglichkeit über die Qualifikation in die Landesliga aufzusteigen. Leider konnte man sich nicht gegen Jahn Dellwig II durchsetzten. Die Saison 2006/07 schließt man als 4ter ab.

Aufgrund des gestiegenen Interesse am Frauenhandball im Verein wurde 2005 eine 3te Damenmannschaft gemeldet. In der Saison 2006/07 belegt man den 2ten Platz in der Kreisklasse. Ob diese Platzierung zum Aufstieg reicht, steht noch nicht fest.

Und weiter geht´s mit Frauenpower. In der Saison 2007/08 wird eine 4te Damenmannschaft auf Torjagd gehen.

Leider lief es im Herrenbereich nicht so rosig. Im Jahr 2005 musste die 2te Herrenmannschaft mangels Masse zurück gezogen werden. Die 1te Herrenmannschaft fristet weiter ihr Dasein in der 3ten Kreisklasse. Rainer Schröder hat hier das Traineramt übernommen, ab der  Saison 2007/08 wird er von Carsten Gerhartz abgelöst. Zur Zeit ist das Ende des Herrenhandballs absehbar, da die wenig Verbliebenen zielsicher auf die 40 bzw. 50 zusteuern. Der Sportskamerad Erwin Rath ist sogar über 60 und nimmt immer noch am Training teil. Daher ist es erfreulich, dass mittlerweile wieder einige junge Spieler (U18) das Durchschnittsalter senken.

Im Jugendbereich wurden 2006 einige Erfolge erzielt. So wurde die wE und die wC Stadtmeister. Die wD wurde im Meisterschaftsbetrieb in ihrer Gruppe Erster und qualifizerte sich für die Austragungsspiele um die Kreismeisterschaft. Hier unterlag man gegen Schalke.

Ab der Saison 2007 / 08 bildet man zusammen mit der DJK Ruhrtal die Jugendspielgemeinschaft “JSG Witten Ruhr“. Ziel ist es, durch die Zusammenlegung vorhandener Kapazitäten (Hallenzeiten, Jugendtrainer), diese besser auszunutzen und den Jugendlichen ein besseres Entwicklungspotential anzubieten.

 

2008

Die erste Damenmannschaft hat sich in der Oberliga etabliert, in der Saison 2008 / 09 bestreitet man die 4. Oberligasaison. In der Saison 2007 / 08 belegte man zum Abschluß den 7. Platz. Trainer Frank Mazur geht in seine dritte ETSV-Oberliga-Saison.

Im August wird der 2. ETSV Sommercup ausgetragen, zu dem wieder hochkarätige Damenteams antreten werden. Letztes Jahr belegte der ETSV Platz 4, vielleicht reicht es dieses Jahr für ein Platz auf dem Treppchen. Erstmals nimmt auch die 2. Damenmannschaft teil.

Apropos 2te Damen, das Team spielte in der Saison 07 / 08 eine nahezu perfekte Serie. 16 Siege und 2 Unentschieden standen am Ende zu Buch, gerechter Lohn: Aufstieg in die Landesliga. Auch dort wird das Team weiterhin von Uli Müller gecoacht. Zu seiner Unterstützung steht seit gut einem halben Jahr Olaf Odelga mit an der Seitenlinie.

Unsere 3ten Damen spielen in der Saison 08/09 weiter in der Kreisliga. Nach einer durchwachsenen letzten Saison peilt man unter Neutrainer und altem ETSV-Bekannten Martin Quasdorf einen der vorderen Plätze an.

Weiterhin nimmt der ETSV mit 4 Damenmannschaften am Spielbetrieb teil. Die „Spaßtruppe“ aus jung und „etwas“ älter spielt in der Kreisklasse. Trainier wird sie in der kommenden Saison vom ETSV-Urgestein Jürgen Domogalla, der Gesche Jacob-Heyer beerbt, damit sie sich fortan noch mehr auf ihre Aufgabe als Abteilungsleiter konzentrieren kann. In der „Führungsetage“ des ETSV herrscht überings seit Jahren Konstanz, die ETSV Geschicke werden weiterhin von Gesche Jacob-Heyer, Uwe Midunsky, Mike-Andreas Stobinski und Thomas Gerhardt geleitet.

Der Herrenbereich bleibt weiter das Sorgenkind des Vereins. Hier gelingt es leider nicht, ausreichend Herren für den Spielbetrieb zu gewinnen. Zwar tritt man auch in der neuen Saison mit einer Herrenmannschaft in der 3. Kreisklasse an, jedoch werden die verbliebenen Spieler immer älter (Altersdurchschnitt liegt bei knapp 40), so dass der Herrenhandball beim ETSV möglicherweise in naher Zukunft vor dem Ende steht. Vielleicht treten ja mit dem neuen Spielertrainer Martin Quasdorf, der die Nachfolge von Carsten Gerhartz antritt, positive Veränderungen ein.

Die Jugend bestreitet ihr zweites Jahr als JSG (ETSV + Ruhrtal). Auch wenn der sportliche Erfolg noch ausgeblieben ist, zeigt sich, dass der Zusammenschluß Sinn gemacht hat. Immerhin nahmen mit der wE, wC, wB und wA vier Mannschaften an der Qualifikation für höhere Spielklassen teil, leider (noch) ohne Erfolg. Jugendleiterin bleibt Mareike Lorenz. Erfreulich ist, dass mit Ann-Kathrin Barthel seit langer Zeit wieder eine Spielerin aus der ETSV (JSG) – Jugend den Sprung in den Seniorenbereich vollendet hat.

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